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Talsperre Lütsche: Niedrigeres Winterstauziel wird eingestellt

von Alexandra

Frankenhain – Am 10. Oktober beginnt die Absenkung des Stauspiegels auf das vorgeschriebene Winterstauziel an der Talsperre Lütsche, welches bis zum 1. November erreicht werden soll. In der Zeit kommt es im Unterlauf des Flüsschens Lütsche und im weiteren Verlauf der Wilden Gera zu einer genehmigten erhöhten Wasserführung. Die Absenkung erfolgt im Zuge des Sonderbetriebsplanes für die Stauanlage. Durch die Absenkung kommt es zum Trockenfallen großer Teile des Stauraumes. In diesen Bereichen bestehen Gefahren durch Versinken oder Unwegsamkeit. Die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) bittet darum, auf den ausgewiesenen Wanderwegen zu bleiben und den Stauraum nicht zu betreten. Eltern sollten auf ihre Kinder achten, Hunde sollten an der Leine geführt werden. Der Wiedereinstau ist ab 15. Februar 2023 geplant.

Die TFW bindet unter der Prämisse der Einhaltung der Sicherheitsstandards die Interessen der verschiedenen Nutzer in die Entscheidungen ein. So wird der Angelsportverein Frankenhain e. V. die Absenkung hinsichtlich des verbleibenden Inhalts und der Fläche betreuen. Der Betreiber des anliegenden Campingplatzes ist in die Abläufe eingebunden.


Hintergrund

Seit 2011 liefen verschiedene Untersuchungen und Erkundungen der Thüringer Fernwasserversorgung zum Nachweis der Zuverlässigkeit der in den 1930er Jahren erbauten Talsperre Lütsche. Aus dem abschließenden Bericht vom Dezember 2019 geht hervor: Die Zuverlässigkeit des Absperrbauwerkes und der wasserseitigen Hänge konnten nicht für alle nachzuweisenden Bemessungssituationen aufgezeigt werden. Das Absperrbauwerk der Talsperre muss an die Anforderungen der allgemein anerkannten Regeln der Technik angepasst werden.

Für das komplexe Vorhaben werden derzeit die Ausschreibungsunterlagen für die Ingenieurleistungen nach HOAI vorbereitet. Im Rahmen der Planungsphasen wird sich die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen entscheiden. Für die Planungsphase und den Durchlauf des Genehmigungsverfahrens wird ein Zeitraum von 2023/2024 vorgesehen, sodass nach derzeitiger Planung im Jahr 2025 mit dem Bau begonnen werden kann.

Um das Absperrbauwerk in der Zwischenzeit auch in den Wintermonaten bis zur Sanierung möglichst nah am Normzustand zu halten, ist gemäß des Sonderbetriebsplanes für die Talsperre Lütsche vom 10. Juni 2020 jeweils im Zeitraum November bis Februar eine Stauhöhe von 570,00 mHN (10,84 mPN) einzustellen; bei sich ankündigenden extremen hydrologischen Situationen ist zusätzlich und zeitlich begrenzt auf 565,00 mHN (5,84 mPN) abzusenken. In den Monaten März bis Oktober kann das reguläre Sommerstauziel von 21,26 mPN beibehalten werden. Voraussetzung zur Wiederauffüllung des Stauraumes im Frühjahr sind entsprechende hydrometeorologische Verhältnisse, wie Niederschläge und Schneerücklage, vor allem im Februar und März.

Mit freundlichen Grüßen
Thüringer Fernwasserversorgung
i. V. Anne Barthel
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit

 

Foto:
Pressestelle Gemeindeverwaltung Geratal

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